Das Projekt thematisiert wie heute Erwachsene auf ihre in der DDR verbrachte Kindheit und Jugend zurückblicken, es untersucht was für sie erzählenswert ist und wie sie sich in ihrem Erzählen zur DDR als nicht mehr existierendem Staat positionieren. Damit greift es Diskussionen rund um die Artikulation erinnerter Erfahrungen auf, untersucht inwieweit der gesellschaftliche Diskurs rund um die DDR Einfluss auf die Narrative der Befragten hat und wie sie sich in diesem Diskurs verorten.
Zur Analyse dessen wurden 50 zwischen 1943 und 1973 Geborene und in der DDR Aufgewachsene zu ihren Erinnerungen an die Kindheit und Jugend innerhalb der DDR befragt. Die Interviews wurden in den Jahren 2020 und 2021 erhoben. Zentrales (Zwischen-)Ergebnis ist, dass es kein einheitliches Sprechen über das Aufwachsen in der DDR gibt. Entweder wird das eigene Aufwachsen im Sinne eines ‚Legitimationsgedächtnisses‘ oder im Sinne eines ‚Diktaturgedächtnisses‘ artikuliert. Die jeweiligen Positionierungen haben mit den in der DDR gemachten Erfahrungen in der Familie, in den Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsinstitutionen (der Kinderkrippe, dem Kindergarten, der Schule, den Pionieren und der Freie Deutsche Jugend (FDJ) u. a.), aber auch den Nachwenderfahrungen und deren Verarbeitung in der (Nach-)Wendezeit (→ Wende / Transformation) zu tun.
Die DDR unterhielt im Namen der internationalen Solidarität mit anderen sozialistischen Ländern internationale Beziehungen...
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Erziehungswissenschaft
Forschungskoordination
Orcid-Nr.: 0009-0008-5659-2398